Doppelhelix als nachhaltiges Symbol der Verbundenheit

Heimathaus Hollager Hof setzt ein Denkmal zur 25. Jahr Feier

Das jährlich wiederkehrende Sommerfest des Heimathauses Hollager Hof fiel dieses Jahr etwas größer aus. Die Jubiläumsveranstaltung 25 Jahre Hollager Hof begann bereits am Samstag mit einem plattdeutschen ökumenischen Gottesdienst im Naturdenkmal Steinbruch, zu dem über 200 Teilnehmer kamen. Gestaltet wurde die Messe von Pfarrer i.R. Dieter Broxtermann, Diakon Kimm-Stefan Herlyn und der plattdeutschen Gruppe. Sie wurden unterstützt von der Ruller Blaskapelle. Für eine besondere Atmosphäre sorgten außerdem der leise säuselnde Wind und das durch die Bäume einfallende Sonnenlicht.

Einweihung der Doppelhelix

Am Sonntag ging es dann mit den eigentlichen Feierlichkeiten weiter. Zum Auftakt spielte die Band „Happy Jazz Society“ einige Stücke, bevor Josef Pott, der Vorsitzende vom Verein Hollager Hof, das Publikum begrüßte und sich bei der Bildhauerin Monika Hamann für ihre Idee zur Doppelhelix und ihre künstlerische Umsetzung bedankte. Der Entwurf der Doppelhelix wurde mit tatkräftiger Unterstützung von Franz-Josef Landwehr auf seinem Hof umgesetzt. Ein 150 Jahre alter Eichenstamm mit einer Länge von 5,50 Metern und einem Durchmesser von 65 Zentimetern wurde zur Doppelhelix. Eine Doppelhelix sieht wie ein DNA-Strang aus und ist in allen Organismen enthalten. Sie soll ein Zeichen der Verbundenheit des Heimathauses Hollager Hof mit den Bürgern der Gemeinde sein. Auf den Verbindungen, den Sprossen der Helix, befinden sich die Namen aller neun Ortsteile aus denen Hollage zusammengewachsen ist. Sie sollen die Zusammengehörigkeit zur ehemaligen Gemeinde Hollage symbolisieren, die heute in der Gemeinde Wallenhorst eingebunden ist.

Der Künstlerin Monika Hamann wurden nach dem Kyrill viele Baumstämme angeboten. Inspiriert durch die Spirale über dem Petrus-Grab im Petersdom in Rom, arbeitete sie viel mit dieser Form. Als der Verein Hollager Hof auf sie zukam, ein nachhaltiges Kunstwerk für das Heimathaus zu schaffen, schien ihr die Form der Spirale passend, was sich auch bestätigt. Da wegen der Größe eine Verhüllung nicht möglich war, sollte zur Einweihung eine große Schleife von der Skulptur gelöst werden. Diese erwies sich jedoch als sehr widerspenstig, sodass zur Freude der Zuschauer technische Unterstützung notwendig war.

Alfred Linder, stellvertretender Bürgermeister der Gemeinde Wallenhorst, lobte die Leistung des Vereins Heimathaus Hollager Hof. „Das Heimathaus schafft ein Heimatgefühl. Wir haben darin schon viele schöne Stunden verbracht.“ Sein Dank ging an alle ehrenamtlichen Helfer, die für das Heimathaus aktiv sind und damit was Einzigartiges geschaffen haben. Vermessen der Winterlinde – eine Tradition der Hofbäume Vor alten Hofgebäuden befand sich fast immer ein Baum. Er sollte die Bewohner vor Blitzen schützen und im Sommer Schatten spenden. Im Jahr 1998 wurde nach diesem alten Brauchtum eine Winterlinde vor dem Heimathaus

gepflanzt. Seitdem ist es Tradition, beim jährlichen Sommerfest die Linde zu vermessen.

Heinrich Maßbaum legte das Maßband an und Josef Pott verkündete den Zuwachs. Der aktuelle Umfang beträgt 61 Zentimeter, das sind ein Zuwachs von 2 cm. Die Höhe ist 9,10 Meter. „Letztes Jahr war der Baum noch 9,00 Meter hoch, also ist die Linde um 10 Meter gewachsen.“ Damit hatte Josef Pott die Lacher auf seiner Seite – denn es waren doch „nur“ 10 Zentimeter. Je älter ein Baum wird, desto langsamer wird sein Wachstum. Deshalb wird auch der Zuwachs der Linde immer kleiner ausfallen. Trotzdem soll der symbolische Akt der Zuwachsermittlung laut Josef Pott als Brauchtumspflege beibehalten werden.

Zwischen diesen beiden Höhepunkten hatten alle Besucher genügend Zeit, sich auf dem Festgelände um das Heimathaus umzusehen. Sie konnten auf dem Flohmarkt vor der Haselandhalle stöbern, sich die Landmaschinen und Trecker erklären und vorführen oder sich von der Musik betören lassen. Es spielten die Big Band der Angelaschule, Happy Jazz Society, die Blaskapelle Herold Pye. Außerdem traten der Chor Cantarem und der Männergesangverein MGV auf. Wer zwischendurch Hunger und Durst verspürte, konnte sich an den vielen Ständen stärken. (CM)