Ein Schwimmbadbesuch der besonderen Art

Die Dienstaggruppe am Rosendienstag auf Excursion im Nettebad

Alfons Schröer mit Pappnase

Ihre Badesachen hatten die 35 Teilnehmer vom Heimathaus Hollager Hof jedenfalls nicht dabei, denn sie wollten nicht ins Wasser, sondern mal hinter die Kulissen des Badebetriebes im Nettebad schauen und ganz nebenbei das Nettedrom inspizieren.

Die Busfahrt von Hollage zum Spaßbad war so kurz, dass Alfons Schröer als Organisator kaum die Zeit fand, um mit roter Pappnase kostümiert (Rosen-Dienstag) die organisatorischen Eckdaten im Bus zu verkünden. Er hatte die Lacher auf seiner Seite.

Und dann ging es auch schon los. Herr Schölzel, Chef des Nettebades, begrüßte uns und informierte über die Geschichte des Badewesens in Osnabrück. Ursprünglich 7 Schwimmbäder im Stadtgebiet Osnabrücks schrumpften aus Kostengründen auf nunmehr 3, die mittlerweile modernisiert und auf neuestem Stand der Technik sind. Das Moskau-Bad als Freibad, das Nettebad als Spaßbad und das Schinkelbad als Gesundheitsbad. Geschichte sind heute das Hallenbad in Gretesch, das Niedersachsenbad, das Freibad Wellmannsbrücke und das Pottgrabenbad, heute Alando.

Beeindruckend waren auch die Informationen über die Bodenbeschaffenheit unter dem Nettebad, die beim Bau des großen Schwimmbeckens 800.000 € Kosten für Betonpfähle zur Befestigung des Untergrundes verursachte. Trotz dem dürfe man die Becken nicht leer pumpen, weil dann die Gefahr besteht, dass das Gebäude „aufschwimmt“ und Schaden nimmt.

Weil das Nettebad als „Spaßbad“ konzipiert ist, müssen die dortigen „Macher“ immer wieder neue Attraktionen bieten, damit die Besucherzahlen gehalten werden können. Dass Besucher auch aus 100 km Entfernung wegen des Saunaangebotes anreisen, hätte auch niemand gedacht. Diejenigen bleiben dann aber auch den ganzen Tag und zahlen den Höchstpreis. Trotzdem schreibt das Bad als Tochterunternehmen der Stadtwerke Osnabrück, nicht zuletzt wegen der Energiekosten, maximal eine schwarze Null.

Das Nettebad liegt im bundesweiten Ranking der Besucherzahlen mit etwa 750.000 Besuchern jährlich immerhin auf Platz 5. Um attraktiv zu bleiben gibt es häufiger eine neue und interessante Rutsche, mal mit Trichter, als Black Hole oder auch mit „Start im freien Fall“.

Nach der Besichtigung der diversen, technisch raffiniert gestalteten Rutschen führte uns Herr Schölzel durch die Belüftungsanlage, mit ihrer beeindruckenden Technik und in die Wasserversorgung und -aufbereitung unterhalb der Schwimmbecken. Hier herrschen saunaähnliche Temperaturen, und es ist schon interessant, welcher technische und finanzielle Aufwand betrieben werden muss, damit das Wasser zu jeder Zeit Trinkwasserqualität hat.

Nach einem kurzen Abstecher in das Nettedrom, wo man mit elektrisch betriebenen Karts mit 60 km/h in der Spitze seine Formel 1-Träume verwirklichen kann (leider war heute kein Betriebstag), versammelten wir uns im Restaurant des Bades und langten am Buffet kräftig zu. Suppe, Schnitzel mit Beilage und Getränk für 7,77 €, das konnte ebenfalls begeistern. Um viele Erkenntnisse reicher fuhren wir zur Mittagszeit mit unserem Bus zurück in Richtung „Altes Rathaus“ in Hollage.