Helix verschönert Heimathaus

Zur Einweihung der Skluptur „Doppel-Helix“ vor dem Hollager Heimathaus sollte eine große Schleife von dem Kunstwerk gelöst werden. Doch das gelbe Band war widerspenstiger als gedacht. Foto: Silke Brickwedde

Hollager Verein feiert 25. jähriges Bestehen

Wallenhorst. Mit einem großen Sommerfest hat der Verein „Heimathaus Hollager Hof“ sein 25-jähriges Bestehen gefeiert. Zum Jubiläum beschenkte der Verein sich selbst. Vor dem Heimathaus steht jetzt eine Holzskulptur aus Eiche, die den Zusammenhalt der neun Hollager Ortsteile symbolisiert. Josef Pott, der Vorsitzende des Vereins, dankte der Bildhauerin Monika Hamann für ihre Arbeit. „Die Doppelhelix ist ein nachhaltiges Zeichen. Sie sieht aus wie ein DNA-Strang, der in nahezu allen Organismen enthalten ist. Einerseits. Andererseits stehen auf den Sprossen der Helix, die Namen der neun Ortsteile, die auf die Verbindung zu Hollage und zur Gemeinde Wallenhorst hinweisen.“ Das Heimathaus an der Uhlandstraße sieht aus, als würde es schon 350 Jahre dort stehen.

Doch so ist es nicht, obwohl es das älteste Haus im Ort ist. 1656 wurde das niederdeutsche Hallenhaus im Ortsteil Barlage erbaut und gehörte zum Hof Gers-Barlag. In den 70er-Jahren wurde es abgebaut und im Lechtinger Bauhof eingelagert. Dank des Vereins wurde es an der Uhlandstraße wieder mit viel ehrenamtlichen Engagement aufgebaut und ist – neben dem Ruller Haus – ein Ort für Kultur und Begegnung in der Gemeinde Wallenhorst. „In den vergangenen 25 Jahren hat unser Verein das Kulturleben geprägt“, sagte Josef Pott. „Wir danken allen, die dazu beigetragen haben.“

Mit der Künstlerin Monika Hamann hat der Heimathaus-Verein schon einmal zusammengearbeitet, sie hat auch die Boecker-Statue am alten Friedhof geschaffen. Nun gab sie einer 150 Jahre alten Eiche eine neue Form. „Nach dem Orkan Kyrill sind mir viele Stämme angeboten worden“, erzählt die Künstlerin. „Als ich in Rom war, haben mich die Spiralen über dem Petrus-Grab im Petersdom inspiriert und ich habe viel mit dieser Form gearbeitet.“ Für das Heimathaus schien ihr eine Säule ebenfalls passend zu sein. „Für mich ist es auch ein Symbol dafür, wie aus etwas totem, abgeholztem etwas Neues entstehen kann.“ Heimatgefühle Alfred Lindner, stellvertretender Bürgermeister der Gemeinde Wallenhorst, lobte die Leistung des Vereins: „Das Heimathaus schafft ein Heimatgefühl. Wir haben darin schon viele schöne Stunden verbracht.“ Man dürfe nicht vergessen, dass die Mitglieder nach der eigenen Arbeitszeit noch für das Haus aktiv seien. „Daher geht mein Dank an alle ehrenamtlichen Helfer, was hier geschaffen wurde, ist wirklich einzigartig.“

Das Fest zum Jubiläum begann Samstagabend mit einem ökumenischen Gottesdienst Naturdenkmal Steinbruch hinter dem Heimathaus, gestaltet von Pfarrer i.R. Dieter Broxtermann, Diakon Kimm-Stefan Herlyn und der plattdeutschen Gruppe. „Die Atmosphäre war einfach schön“, schwärmte Pott. Am Sonntag ging es leicht und heiter weiter. Die Besucher stöberten auf dem Flohmarkt vor der Sporthalle und hörten Musik von der Happy Jazz Society, der Big Band der Angelaschule und dem Chor Cantarem. Technikbegeisterte sahen sich alte Landmaschinen an. Das Fest sollte allen Spaß machen. Die ersten Lacher gab es bei der Enthüllung der Helix. Weil das mehr als fünf Meter hohe Kunstwerk viel zu groß für ein verhüllendes Tuch ist, sollte Monika Hamann eine gelbe Schleife lösen. Doch wer immer sie auch verknotete, hatte es zu gut gemeint, sie wollte einfach nicht herabfallen.

NOZ vom 14.6.2015