Geschichte des Heimathauses „Hollager Hof“

 

Seit mehr als 20 Jahren steht das Heimathaus Hollager Hof an der Uhlandstraße.

Dass ein Haus nicht wandern kann, ist nur die halbe Wahrheit. Mit menschlicher Hilfe kann es durchaus seinen Standort wechseln. So ist es dem Heimathaus Hollager Hof ergangen, das bis 1971 noch  im Hollager Ortsteil  Barlage stand, der früheren Gemeinde Hollage und gehörte zum Hof Gers-Barlag. Es handelt sich um das älteste Gebäude von Hollage. Es wurde über 100 Jahre von der Familie Sandmann bewohnt.

Dann baute Kaspar Müller, Schulleiter der Technikerschule, es mit seinen Schülern fachgerecht ab. Die Einzelteile wurden nummeriert und auf dem gemeindlichen Bauhof in Lechtingen eingelagert. Genauso machte er es mit 16 weiteren landwirtschaftlichen Gebäuden. Denn Müller, auch Vorsitzender des Heimatbundes Osnabrücker Land, wollte aus den Häusern ein Handwerkerdorf rund um die Alte Alexanderkirche in Wallenhorst errichten. Doch die Anwohner wehrten sich gegen den vermuteten Rummel eines Museumsdorfes. Und so lagerten die Einzelteile des Heuerhauses Gers-Barlag zusammen mit den anderen Gebäuden in einer Halle in Lechtingen.

Bis 1990. In dem Jahr, am 26.04.1990 gründete sich nach mehreren Anläufen der Verein Heimathaus Hollager Hof, der es sich zum Ziel machte, das niederdeutsche Hallenhaus wieder aufzubauen.

 1993 konnte an dem neuen Standort in der Uhlandstraße Richtfest gefeiert werden. 1998 wurde das Heimathaus nach 5jähriger Bauzeit unter der Leitung des Architekten Werner Krabbe, unter anderem durch sehr viel Eigenleistung der Vereinsmitglieder, ca. 7000 Stunden,  im alten Glanz am 12. Juli mit einem Tag der offenen Tür, altes Handwerk rund ums Heimathaus, feierlich eröffnet.

Wo früher Mensch und Tier unter einem Dach lebten, werden heute häufig Ausstellungen gezeigt, Konzerte und Lesungen abgehalten oder etwa ein Kunst- und Hobbymarkt veranstaltet.

Das Heimathaus dient ausschließlich gemeinnützigen Zwecken, vornehmlich der Heimatpflege und der Heimatkunde. Durch Ausstellungen, Seminare, Konzerte und Plattdeutsche Abende soll der geschichtliche Hintergrund, die Lebensweise vergangener Zeit und das Wissen über unsere Heimat vermittelt werden.

Schließlich ist das Haus laut Satzung  „zur Förderung von Kunst und Kultur, Bildung und Erziehung sowie Pflege des Heimatgedankens“ da.

Äußerlich sieht der ursprünglich kurz nach dem 30jährigen Krieg errichtete niedersächsische Hallenbau fast genauso aus wie früher. Doch ganz original ist er nicht mehr. Ein Drittel der Balken etwa war über die Jahre morsch geworden und wurde deshalb beim Wiederaufbau durch Eichenholz aus gleich alten Kotten ersetzt. Auch der Komfort ist heutigem Standard angepasst, etwa mit einer modernen Wärmedämmung.

Zur Traditionspflege gehört dagegen der Hofbaum, eine Winterlinde, die 1998 gepflanzt wurde. Schließlich galt in alten Zeiten, dass überall, wo ein Haus gebaut wurde, auch ein Baum gepflanzt wurde. Nun wird die Linde, die auf der linken Frontseite des Hauses steht jedes Jahr Ende Juni vermessen.

Slideshow zum Wiederaufbau des Barlager Heuerhauses zum Hollager Hof v. 1656