Vom Hasestrand rund ums Kap Horn ab in die Südsee

Der Artländer Shantychor aus Badbergen begeisterte im “Hollager Hof”

Fernweh, Heimweh, Stürme und Matrosenliebe: es war die geballte Ladung Nostalgie in schmissiger Form, mit dem die “Hasejungs” aus Badbergen das Hollager Publikum beehrten. Und zwar so erfolgreich, dass nach knapp zweistündigem Konzert die Lust zum Mitsingen, Klatschen und Schunkeln noch keinerlei Ermüdungserscheinung zeigte, sondern nachdrücklich “Zugabe” gefordert wurde.

Dabei musste sich das Heimathaus an diesem Tag gegen fast übermächtige Konkurrenz behaupten: Wahl zum deutschen Bundestag, Erntedankmarkt auf dem Josefsplatz, Dampflokfest am Piesberg und dazu ein Spätsommertag, der schöner nicht sein konnte. Trotzdem war der “Hollager Hof” bis auf den letzten Platz besetzt. Und es zeigte sich von Anfang an, dass die Badberger Shantysänger auch im elften Jahr ihres Bestehens nichts von ihrer Spiel- und Sangesfreude eingebüßt haben, sondern es meisterhaft verstanden, das Publikum mitzunehmen und zu animieren.

Kein Wunder also, dass diese Truppe mittlerweile selbst zu Großveranstaltungen in ganz Deutschland eingeladen wird. Auftritte etwa auf der “Boot” in Düsseldorf, der größten Wassersportmesse in Europa oder auch im niedersächsischen Landtag belegen dieses. Wobei das Geheimnis des Erfolges letztlich ganz einfach ist: man nehme die guten alten Volkslieder vom “Hamburger Veermaster”, der “Reeperbahn” bei Nacht oder “Heimat deine Sterne”, begleite diese mit dem Schifferklavier, der Mundharmonika und dem Keyboard, halte Schiffsglocke und Trillerpfeife parat und würze das Ganze mit dem einen oder anderen Dönekes.

In Hollage jedenfalls kam dieses Rezept gut an und die Atmosphäre war so fröhlich, dass selbst die erfolgsverwöhnten Badberger sich dem heiter-beschwingten Hollager Publikum nicht entziehen konnten. Da geriet auch das Niedersachsenlied als dritte Zugabe zum Gassenhauer.

“Sie singen, wir halten den Takt”, hatte “Shantymann” Dieter Adam zu Beginn das Publikum aufgefordert. Das hat funktioniert. “Eines der besten Konzerte der letzten Zeit”, waren sich zum Schluss zahlreiche Besucher einig.