Ämtermühlen mahlen langsam

Wallenhorst (iza)
Am nördlichen Ende der Moorlandstraße in Hollage fällt am Hof Bohnenkämper eine Anlage von aufgestauten Teichen ins Auge, die von einem Bach gespeist werden. Das dort stehende Natursteingebäude ist der Rest einer Wassermühle, die dort 1848 vom Colon Gerhard Heinrich Feldmöller errichtet wurde. Vorausgegangen war ein jahrelanger Streit mit den Behörden, auf Hollager Gebiet einen Mühlenbetrieb errichten zu dürfen. Dieses wurde vom Amt Osnabrück schon seit dem 18. Jahrhundert unterbunden, um benachbarten Mühlen in Rulle und Haste keine Konkurrenz erwachsen zu lassen.

Die Hollager Bauern mussten zwei Stunden Wegstrecke in Kauf nehmen. Die Feldmöllers beriefen sich seit 1776 in ihren vielen Bittgesuchen auf eine Mühlenanlage, die schon während des Dreißigjährigen Krieges auf dem Gelände gearbeitet habe, wofür die Landdrostei aber keinerlei Belege fand. Erst 1848 wurde eine Öl- und Bockemühle amtlich gestattet, ein Jahr später der Bau einer Windmühle. 1955 wurde der Betrieb eingestellt.

Quelle: NOZ 2005