Die Schnecken mit den rehbraunen Augen

In der Sommerhitze im Bauerngarten des Heimathauses

Heiß soll es heute werden, hat der Wetterbericht angekündigt und kein Tropfen Regen ist in Sicht. Ausgerechnet heute haben sich  Antje und Mechthild zur Gartenarbeit am Heimathaus verabredet. Um 08:30 Uhr wollen sie starten, nicht ahnend, dass schon um 09:00 Uhr die 30° Marke geknackt ist. Mit Blickrichtung auf den Gartentraum-Sonntag am 30. Juni muss Unkraut gezogen, welke Blüten entfernt, der Boden gelockert und die restlichen Kartoffeln angehäuft werden. Für manche Arbeiten wird auch eine Leiter gebraucht.

Antje, die heute schon etwas früher im Garten ist, kann dank ihrer Beobachtungsgabe ein bislang ungelöstes Rätsel auflösen. Irgendwas hatte in den letzten Tagen die gepflanzten Rote Beete und die Blätter des Kohlrabi abgefressen. Die Fressspuren waren für Schnecken und selbst für Kaninchen zu groß. Ratlosigkeit und Ärger machte sich breit. Seit heute ist klar, es sind Rehe, die sich im Gemüsegarten vergnügen, die Hufspuren sind eindeutig. Schon hören wir den Ruf nach der Jägerschaft oder gar dem Wolf?

Als der Chronist sich kurz nach 10 Uhr auf den Weg zum Heimathaus macht, hat Antje wegen ihrer Kreislaufprobleme bereits das Handtuch geworfen. Die Klimakatastrophe lässt grüßen.

Eben guckt Markus um die Ecke der Remise. Er hat den Getränkevorrat für die heutige abendliche Veranstaltung des Vereins Bürgerradweg ergänzt und schaut noch mal im Steinbruch nach dem Rechten. Eine Verbesserung am Bewässerungssystem steuert er ebenfalls bei.

Arbeiten in sengender Hitze ist wahrlich kein Vergnügen aber die wichtigsten Aufgaben sind erledigt. Ab mit dem Unkraut in die braune Tonne, und schon fährt der Awigo-Truck vor und schüttet den Inhalt in seinen Bauch. Alles “just in time”.

Schnell die letzten Erdäpfel anhäufen, die besonders empfindlichen Bäume der Streuobstwiese wässern, die Flächenregner für die automatische Beregnung des Bauerngartens in den frühen Morgenstunden positionieren und dann geht es in der Mittagshitze wieder nach Hause. Ohne künstliche Bewässerung würde auf dem Hollager Sandboden das meiste vertrocknen. Das wäre kein vorzeigbarer Anblick. Und trotz allem, das Unkraut wächst immer.

Auf der Uhlandstraße bricht sich das Sonnenlicht in der flimmernden Luft über dem Asphalt. Kein Regen in Sicht…

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