Ein ordentlicher Schnitt

Baumpfleger auf der Streuobstwiese

Das Coronavirus ist überall. Auf dem Handy, in der Zeitung, in den Nachrichten von Radio und Fernsehen und in unseren Köpfen. Zum Glück noch nicht real, aber die Einschläge kommen näher. Es ist sicher eine Frage der Zeit, wann uns eine Ausgangssperre ereilt, damit die Infektionsgeschwindigkeit weiter entzerrt werden kann. Trotzdem muss das tägliche Leben, wenn auch mit sehr gebremstem Schaum, irgendwie weitergehen.

„Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen”, dieser, wohl fälschlicherweise Luther zugeschriebene Ausspruch, war vor knapp 14 Tagen nicht unser Leitmotiv. Trotzdem beauftragten wir eine Fachfirma, unseren Bäumen auf der Streuobstwiese einen ordentlichen Schnitt zu verpassen. Heute ist es dann so weit.

Bei 8,5° Außentemperatur kann man nicht wirklich von Frühling sprechen. Die Sonne versucht, die noch schlafenden Krokusse zur Öffnung ihrer blauen Blütenkelche zu bewegen. Auf dem Hof, vor der großen Dielentür parkt ein Kleinlaster und auf der Streuobstwiese ist schon ein Baumpfleger mit Leiter, Baumschere und -säge unterwegs.

Abstand halten lautet die Devise, also schauen wir uns freundlich tief in die Augen. Einige der Bäume haben reichlich Wassertriebe angesetzt, die müssen weg. Unsere Elsbeere, die im letzten Sommer besonders unter der Trockenheit gelitten hat, zeigt eine vertrocknete Kronenspitze. An anderen Stellen treibt sie aber aus.

Das ist ein gutes Zeichen. Hätten wir in der Trockenperiode im letzten Jahr nicht täglich eine Wasserration an die zuletzt gepflanzten Bäume gegeben, sähe es heute vermutlich anders aus. Ältere Baume haben in der Regel ein ausreichend tiefes Wurzelwerk und holen sich das Wasser, was sie brauchen, aus tieferen Erdschichten. Die Frage ist allerdings, wie tief die wasserführenden Schichten am Hollager Berg liegen. Da kann man schon mal ins (ver)zweifeln kommen.

Die Böcke für unsere Bienenbeuten stehen schon seit etwa 14 Tagen auf der Wiese. Es kann sein, dass der Einzug der Bienen in die Beuten sich durch Corona verzögert. Geplant war er für Anfang April. Vorübergehend machen es sich die Vögel auf den Gestellen gemütlich, was man an den Schiet-Häufchen unschwer erkennen kann.

Auf dem Rückweg ins traute Heim begleitet uns absolute Stille. Kein Mensch ist unterwegs, kein Autoverkehr, absolut freie Parkstreifen, der Sportplatz ist verwaist und von den Nachbarn ist auch nichts zu sehen. Ein Luftzug streicht an uns vorbei…  es ist wohl die Natur, sie atmet auf ! Bleibt gesund !

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