Ludgerstraße in Wallenhorst

Straßenkunde

Kriegerischer Kirchengründer

Wallenhorst (iza)
Aufklärung über den Namensgeber für die Ludgerstraße bringt ein Blick ins katholische Namenslexikon: Ludger ist die moderne Form von Liudger, und dieser wurde 742 in Friesland geboren. Ausgebildet wurde er in Utrecht von keinem Geringeren als Gregor, einem Freund Bonifatius, später im englischen York von Alkuin.

Als Mönch missionierte er in seiner Heimat Friesland, richtete die von den Heiden zerstörte Lebuinus-Kirche in Deventer wieder auf und plünderte seinerseits reiche heidnische Kultstätten. Nach seiner Priesterweihe baute Liudger einige Kirchen, darunter eine in Dokkum, wo zuvor Bonifatius ermordet worden war. Doch wieder fielen die kriegerischen Sachsen in dieses Gebiet ein und zerstörten die Gotteshäuser. Liudger flüchtete nach Italien, von wo aus er zwei Jahre später zurückkehrte. Auf dem Gebiet des heutigen Westfalen ließ er wieder Kirchen errichten und gründete in Werden, südlich von Essen, eine Benediktinerabtei. 804 wurde er zum Bischof von Münster ernannt. Fünf Jahre später starb er im Kloster Werden.

Quelle: NOZ 2005