Man gönnt sich ja sonst nichts !

Trocken ist es und kalt. In den nächsten Tagen wollen die Damen mit den grünen Daumen im Bauerngarten säen und pflanzen. Es ist die richtige Zeit dafür, aber der Acker ist viel zu trocken. Leider zählen wir schon das dritte Jahr in Folge, bei dem es im Frühjahr zu wenig Niederschlag gegeben hat. 

Also ein wenig vorwässern mit Sprenger, Schlauch und Bewässerungsautomat. Zu unserem Bedauern geben der Wasserspender (uralt) und der Automat (noch 2 Jahre Garantie) spontan ihren Geist auf und die letzte der Gießkannen, die im vergangenen Sommer noch gute Dienste bei der Bewässerung der Obstbäume geleistet hatten, hat sich leider in Luft aufgelöst. Also mache ich mich auf zum nächsten Baumarkt, um einen neuen Wassersprenger und zwei taugliche Gießkannen zu erwerben. 

Der Parkplatz ist rappelvoll, ein Unterstand für Einkaufswagen mit rot weißem Trassenband gegen Benutzung gesichert, der andere völlig leer. Daneben sehe ich eine Menschenschlange, in der potenzielle Kunden in Sicherheitsabständen voneinander auf den nächsten freien Einkaufswagen warten. Das Ende der Kundenkette erreiche ich durch Fußmarsch und bin damit der letzte in der Wartereihe. 

Hätte mir das jemand vor drei Monaten prophezeit, ich hätte laut gelacht, heute grinse ich in mich hinein, weil ich mich wundere, wie gesittet deutsche Mitbürger doch auch Schlange stehen können, wenn sie keine andere Wahl haben. 

Nach gut 20 Minuten habe ich einen freien Einkaufswagen ergattert, desinfiziere die Griffleiste und betrete den Markt. Ziemlich leer hier, die Kunden verteilen sich gut. Es gibt aber niemanden, den man mal was fragen könnte. Zugegeben, viel besser war das vor Corona auch nicht. Mit Versuch und Irrtum finde ich zu den Rasensprengern und anschließend auch die Abteilung mit den Gießkannen. Ich entscheide mich für Kannen in extrem grelle Farben. Die wird man schlecht übersehen können und deswegen vermutlich eher wegschließen. Wir wollen ja länger was davon haben. 

Die Kassiererin ist wie aktuell üblich in Plastikfolien gehüllt und da ich mit meinem Mobilphone bezahle, haben wir auch keine Berührungspunkte. So stelle ich mir Einkaufserlebnisse im Jahr 2035 vor, ohne Kommunikation, ohne Sichtkontakt und ohne Einkaufserlebnisse. 

Jetzt steht dem “Gartentraum” nur noch die niedrige Außentemperatur entgegen, aber es soll ja wärmer werden. Warum berichte ich heute darüber?

Man gönnt sich ja sonst nichts 🙂 . 

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