Ora et labora – bete und arbeite

Ein Besuch der Klosteranlage Marienfeld

Pünktlich um neun Uhr starten wir in Richtung Marienfeld. Reinhard begrüßt die 39 interessierten Mitreisenden, unseren Busfahrer Nikolai und freut sich über das schöne Wetter. Reinhard stimmt uns mit 1.500 Jahre alten Texten auf den Besuch der Klosteranlage in Marienfeld ein.

Marienfeld ist ein Ortsteil der Stadt Harsewinkel in Nordrhein-Westfalen. Einigen Mitreisenden ist dieser Ort bekannt durch die Ansiedlungen der Firmen Heiner Bessmann (ehemals große Näherei) und Bruno Kleine.

 „Sie betreten die ehemalige Abteikirche, die von den Zisterziensermönchen 1185 – 1222 zur Ehre Gottes gebaut wurde. Hier wird täglich die hl. Eucharistie gefeiert: der Tod und die Auferstehung Jesu Christi“, steht auf dem Begrüßungsschild.

Wir stehen direkt vor dem Hotel Klosterpforte, welches sich im Laufe vieler Jahrzehnte aus einer kleinen Gaststube hinter der Klosterpforte entwickelt hat. Heute handelt es sich um ein Restaurant und Hotel mit 150 Zimmern und 250 Betten sowie großer Park- und Sportanlage, Sitzungsräumen.

Sehr oft wird dieses großzügige Hotel von berühmten Fußballmannschaften gebucht. In der Parkanlage können wir auch das Geburtshaus von J. Chr. Rinklage, einem renommiertem Maler, finden.

Wir sehen die beachtlich große, kreuzförmig gebaute Klosterkirche im romanischen Stil. Direkt an die Kirche angebaut ist die verklinkerte Abtei, wo auch heute noch der Pfarrer der Kirche wohnt. Die Abtei ist heute in privatem Besitz und wurde, – wie wir auch erkennen können –  von demselben Architekten gebaut, der auch in Nordkirchen bei Münster das Schloss gebaut hat.

Im Jahr 1185 machten sich 12 Mönche und ein Abt auf den Weg zur Neugründung eines Klosters mit großer Gartenanlage. Diese Zahl wurde zum Gedenken an Jesus mit seinen Aposteln gewählt. Die Mönche mussten viel arbeiten und siebenmal am Tag wurden sie zum Gebet aufgerufen. Außerdem mussten sie nach den Tugenden der Katholischen Kirche leben.

Im Mittelalter, nach Luther und dem 30-jährigem Krieg wurde die Innenausstattung der Zeit angepasst. Zur barocken Ausstattung zählen zwei Beichtstühle, zwei

Seitenaltäre, die Kanzel und der Hochaltar. Der Hochaltar wechselt viermal im Jahr das Gemälde. Der historisch bedeutsamste Altar befindet sich vor dem Kreuzgang. Es handelt sich um einen Flügelaltar mit noch 14 von ursprünglich 16 erhaltenen Gemäldetafeln. Hier befindet sich auch die Grabstätte des ehemaligen Fürstbischofs von Münster, Hermann von Katzelnbogen. Auffallend großzügig ist die Orgel, die seit 1952 in diesen Ausmaßen hier aufgebaut ist.

Vier der Kirchenfenster aus dem Kreuzgang wurden inzwischen im Dom zu Münster verbaut. Leider blieb nicht genug Zeit für die Besichtigung der großzügigen Gartenanlage.

Hinzufügen müssen wir noch, wovon die Mönche lebten und die Klosteranlage erbauen konnten. Wir haben erfahren, dass es der Abgaben von 400 Bauernhöfen bedurfte, um alles zu erschaffen und erhalten.

Bericht u. Bilder: Anneliese & Walter Frey