Sonne, kaum Regen… und Schlamm an den Schuhen!

Treffen wir uns in der Sommerzeit um 07:30 Uhr an der Weltkugel in Hollage zum Wandern, dann ist es nach der Normalzeit ziemlich genau eine Stunde früher, nämlich 06:30 Uhr. Das mag der Grund dafür sein, dass die Wandergruppe heute sehr sparsam erschienen ist; ganze fünf People stehen da in der morgendlichen Kühle, die nur 4° Celsius zu bieten hat.

Obwohl nur zu fünft, machen wir uns dennoch mit zwei Autos auf den Weg nach Ueffeln, denn das Teilstück des Hünenweges von Bramsche nach Ueffeln ist kein Rundweg. Wir brauchen also auch ein Auto, um zum Startort Bramsche zu gelangen. Auf dem Weg dorthin ereilt uns ein Anruf von Antje.  Sie hat den Start an der Weltkugel verpennt und kommt als sechste im Bunde direkt nach Bramsche.

Wir laufen vom Marktplatz aus am Tuchmachermuseum vorbei und über die Bahnlinie hinweg.  Nach der Brücken-Überquerung der B218 kommen wir zum Bramscher Ehrenmal, welches 1922 für die Gefallenen des 1.Weltkrieges errichtet wurde. Hier nehmen Reinhard und Walter zunächst die dortige Statue in ihre Mitte und anschließend einen Vitaminstoß aus der Bonbonschachtel.

Wir nähern uns dem Gehn, einem ausgedehnten Waldgebiet. Wer keine Handschuhe dabei hat, spürt wie die Kälte die Wanderstöcke hinaufkriecht. Es ist aber trocken, was nach dem vielen Regen der letzten Tage keine Selbstverständlichkeit ist. Auch im Gehn haben die Stürme in diesem Frühjahr ihre Spuren hinterlassen. Die Aufräum- und Waldarbeiten sind in vollem Gange.

Das merken wir insbesondere an den zerfahrenen Wegen. Wenn ein Schlepper oder gar Vollernter mehrere Male hin- und hergefahren ist, bleiben für uns nur noch tiefe Fahrspuren und jede Menge Schlamm. Wir tänzeln zwischen den Pfützen hin und her und können es kaum glauben als drei Mountainbiker (einer noch mit Anhänger für den mitlaufenden Hund) durch den Schlamm an uns vorbeiziehen. Nach einem freundlich gerufenen Moin, Moin sind sie auch schon nicht mehr zu sehen.

Zur besten Frühstückszeit erreichen wir einen trockenen, überdachten Rastplatz. Vor lauter Freude fällt dem Chronisten beim Fotografieren ein Wanderstock in den Dreck. Sein spontaner ärgerlicher Ausruf „Schei…“ animiert Anke zu der Bemerkung: „Jetzt rieche ich es auch!“.

Die Sonne verwöhnt uns ein wenig  und gaukelt uns Wärme vor, allerdings nur für die Rastenden, die am Rande der Überdachung sitzen. Gestärkt durch Pausenbrot, Banane, Obst, Energieriegel und Heißgetränk aus der Thermoskanne tauchen wir wieder in den Gehn ein.

Wir erreichen das Naturdenkmal der Heideflächen am ehemaligen Segelflugplatz und wenden uns dem großen Steinbruch zu. Aus dem Hintergrund unserer Gruppe fragt jemand, ob es hier wohl Wölfe gäbe. Keiner weiß es genau, aber im Grunde will es auch keiner wissen. Eigentlich soll es lt. Wander-Navi einen Track durch den Steinbruch geben, den wir aber nicht entdecken können. Vermutlich wurde der Steinbruch erweitert und der Weg fiel dieser Maßnahme zum Opfer. Oder wir haben gepennt.

Wir sind deshalb weiter am Sperrzaun des Geländes unterwegs und gelangen zu einem Ausblick auf den im Steinbruch gelegenen See. In der Sonne glitzert das Wasser in karibischer Farbe.  Das entschädigt.

Nach gut 11 km melden sich beim Schreiber dieser Zeilen die morschen Knochen. „Siehst du den Kirchturm dort in der Ferne“, fragt Antje, „da ist Ueffeln, da müssen wir hin!“.  Ich bin wieder motiviert. Und tatsächlich, nach weiteren 4.300 Metern erreichen wir quer durch Ueffeln die Pizzeria und den Parkplatz mit unserem Auto. Hungrig und durstig fallen wir über Pizza, Pasta und Salat her und gönnen uns ein alkoholfreies Hefeweizen.

Die Rückfahrt gestaltet sich etwas umständlich, weil sechs Wanderer nicht in einen normalen Pkw passen. Walter löst das Problem, er fährt zweimal.

One Reply to “Sonne, kaum Regen… und Schlamm an den Schuhen!”

  1. Diese Wanderung war durch den Schlamm schon eine Herausforderung. Aber trotz der morgendlichen Kühle war es eine schöne Tour, überwiegend eben ,mit nur zwei kleinen Anhöhen. Hat Spaß gemacht. Aber war auch genug nach der langen Pause.

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