Von Hobbygeologen, Schnecken – Beobachtern und anderen Entdeckertypen.

Einer guten Tradition folgend, begleiten die Wanderfreunde vom Heimathaus Hollager Hof wieder einmal den Wandertag der Johannisschule in Hollage-Ost. Im vergangenen Jahr 2020 torpedierte der Corona-Virus alle unsere Aktivitäten und auch die der Schulen, was Wandertage betrifft. Deshalb hatte Wanderführer Walter unsere Unterstützung beim Schulwandern 2021 gerne und spontan zugesagt.

Früh um 08 Uhr treffen wir an der Schule auf die Schülerinnen und Schüler der Klassen 1 bis 4 samt ihren Klassenlehrerinnen. In Zweierreihen wird abgezählt, um zu wissen, wie viele Kinder je Gruppe am Start sind. Wir werden der Klasse 1a und deren Lehrerin zugeteilt, das sind die Jüngsten und im Schnitt auch Kleinsten der illustren Schülerschar. Deshalb haben wir eine Wanderstrecke mit geringem Schwierigkeitsgrad von etwa 5,3 km Länge ausgewählt. Los geht es in Zweierreihen und moderatem Tempo in Richtung Hollager Berg. Kurz hinter dem Pingelstrang tauchen wir erst in Feld und Flur, dann auch in den Wald ein.

Schon zwanzig Minuten später hören wir ein „… ich kann nicht mehr“ und “ … habe ich schon einen ganz trockenen Mund“. Also ist eine kurze Trinkpause angesagt. So schnell können wir gar nicht gucken, wie die meisten auf einer Unterlage sitzend ihr Pausenbrot auspacken und vertilgen. Auch gut, was nicht mehr im Rucksack liegt, muss auch nicht geschleppt werden. Letztlich schnuppern die Klassen 1 die Schulluft erst seit August diesen Jahres. Vieles ist neu und gewöhnungsbedürftig.

Nicht so beim Wanderweg und in der Natur. Der Eine oder die Andere kennt den Weg, war schon mal hier und weiß sehr genau, dass ganz in der Nähe sich der Kindergarten oder der Hollager Sportplatz befinden.

Nach etwa einer Stunde im Wanderschritt erreichen wir das Heimathaus und unser Zwischenziel, den Hollager Steinbruch. Hier gibt es eine längere Ess-, Trink- und Spielpause. Der Steinbruch ist ein Eldorado für Kletterer, Hobbygeologen, Steinesammler, Schneckenbeobachter, Regenwurmforscher, Liebhaber von Schaukel und Wippe und sonstige Entdeckertypen. Der Chronist muss mehrfach entscheiden, ob es sich bei Fundstücken um Saurierzähne oder Faustkeile handelt und manch einer hat schon Schlangen in Steinbrüchen beobachtet, die soooooo lang waren.

Zählt man die Entfernungen, die von den Kindern im Steinbruch absolviert werden mit, dann kommen einige durchaus auf 7 km Gesamtstrecke. Es gibt aber auch Aufwandminimierer. Auf dem Rückweg zur Schule treffen wir am Wegrand auf zottelige Rindviecher und gepflegte Pferde. Beide werden mit liebevoll ausgerissenen Grasbüscheln gefüttert. 

Gegen 12 Uhr erreichen wir unter Einsatz des Wander-Navis, das jeder mal in Händen halten will, das rettende Schulgelände. Rettend deshalb, weil hier heiße Würstchen für alle angeboten werden. Bei so viel Fürsorge sind alle“Strapazen“ schnell vergessen.

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