In Teufels Backofen

Auch für eingefleischte Optimisten ist es nicht mehr zu übersehen, der Sommer ist vorbei und der Herbst hat die Regentschaft übernommen. Man erkennt es an der morgendlichen Dunkelheit, an der voranschreitenden herbstlichen Laubfärbung der Bäume und last not least, am Kalendarium.

Im schwachen Licht des frühen Sonntagmorgens findet sich eine kleine Gruppe Wanderer vom Heimathaus Hollager Hof – man könnte auch von wenigen erfahrenen Einzelkämpfern sprechen – an der Weltkugel in Hollage zur Wanderung von Vehrte nach Venne ein. Kleingruppen, ordentlich dokumentiert, sind wegen aktuell steigender Corona-Infektionszahlen äußerst sinnvoll.

Zunächst bringen wir ein Auto zum Zielort Darpvenner Diele, bevor wir unsere Wanderung in Vehrte am Naturfreundehaus starten können. Es ist ganz schön kalt um 07:30 Uhr, 6℃ zeigt das Thermometer. Wir laufen vom Naturfreundehaus in südöstlicher Richtung zum Ortsrand von Vehrte und statten Teufels Backtrog und Teufels Backofen einen Besuch ab. So nennt der Volksmund zwei neolithische Großsteingräber, die zwischen 3500 und 2800 v.Ch. entstanden sind.

Wir hören die Informationen dazu per Handy und QR-Code ab und wandern durch den Laub-Mischwald weiter. Die Sonne blinzelt zaghaft durch die Bäume, taucht die Natur in magisches Licht und sorgt dafür, dass die morgendliche Feuchtigkeit des Waldbodens als nebeliger Dunst an den Baumstämmen empor kriecht. Wir genießen den Anblick und fotografieren.

Wir passieren den nahe gelegenen Forellenteich und beobachten Angler, die dort ihre mitgebrachten Würmer baden. Angeln bei diesen Temperaturen ist nicht unsere Leidenschaft, zu wenig Bewegung.

Der Hegerhoffstraße folgend, nehmen wir auf Höhe Meyerding auf einem kleinen Brückengemäuer Platz für eine kurze Frühstückspause. Ein wenig wärmt uns die Sonne und die ausgelegten Alu-Sitzfolien verhindern einen kalten Achtersteven. Innere Wärme durchströmt uns, als Anneliese eine Runde Kümmerling auf ihren letzten Geburtstag spendiert. Sehr gut!

Gestärkt und gewärmt bewegen wir uns in Richtung Venne und umrunden das gigantische Areal des im Frühjahr 2020 dort eröffneten Häcker Küchen Werkes. Auf 215.000 qm Betriebsgelände wurden unübersehbar riesige Mengen an Beton und Stahl verbaut. Allein die Gebäude nehmen über 100.000 qm Grundfläche ein. Das beeindruckt uns und wir wundern uns über das angrenzende , ebenso unüberschaubaren Feld mit blühenden Tagetes. Ungewöhnlich für die Jahreszeit und eine plausible Erklärung finden wir dafür auch nicht.

Schließlich landen wir auf der Venner Mühleninsel, wo wir kurz verschnaufen und drei Regentropfen abwarten. Das Ensemble der dortigen Gebäude macht dank ehrenamtlichen Engagements der Venner Vereinsmitglieder einen sehr gepflegten Eindruck, doch das Mühlen-Café ist infolge Corona leider geschlossen.

Gegen 13 Uhr und nach 11 km treffen wir auf dem Parkplatz bei der Darpvenner Diele ein. Wir holen den anderen Wagen aus Vehrte und zurück geht es nach Hollage. Das war eine beeindruckende und schöne Sonntagswanderung mit viel sauerstoffhaltiger kühler Luft. Der Nachmittag lockt uns mit heißem Kakao oder Glühwein auf der heimischen Couch.

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