Die Augen als Fenster zur Seele

Die Glandorfer Künstlerin Dorothea Tebtmann und Stefan Gutendorf, Vorsitzender des Heimathauses Hollager Hof, vor einem der Bilder der Ausstellung „Ungewöhnliche Frauen und Tiere” im Heimathaus Hollager Hof. Foto: Kleine Heitmeyer

Ausstellung der Künstlerin Dorothea Tebtmann im Heimathaus

khl WALLENHORST.
„Ungewöhnliche Frauen und Tiere”: So lautet der Titel der Ausstellung der Glandorfer Künstlerin Dorothea Tebtmann, die an den kommenden drei Sonntagen im Heimathaus Hollager Hof zu sehen ist. Bei der Eröffnung gabdie Künstlerin jetzt spannende Einblicke in ihre schöpferische Tätigkeit.
Hauptberuflich arbeitet Dorothea Tebtmann als Ärztin in einer Reha-Klinik in Bad Rothenfelde. Gefördert von ihrem Vater, war sie bereits als Jugendliche künstlerisch tätig und nahm erste Auftragsarbeiten an. Studium, Beruf und private Turbulenzen zwangen sie dann jedoch zu einer längeren Schaffenspause. Seit gut 15 Jahren ist sie nun wieder als Künstlerin aktiv und stellt regelmäßig im Osnabrücker Südkreis aus.

Bevorzugt malt Tebtmann Acrylbilder, erstellt aber unter anderem auch 3-D-Collagen in der anspruchsvollen Mixed-Media-Technik. Die im Hollager Hof ausgestellten Werke zeigen Frauen, deren Ungewöhnlichkeit oftmals erst auf den zweiten Blick zu erkenne ist. So werden einige der Damen zusammen mit skurril anmutenden Tieren wie etwa zwei kleinen Eulen oder einem auffallend großen Käfer dargestellt, was beim Betrachter für Irritation und Staunen gleichermaßen sorgt.

Daneben stechen in Tebtmanns Werken vor allem die ausdrucksstarken Augen der anmutigen Frauen hervor. „Ich finde, dass die Augen der Menschen in der Realität häufig keine echte Tiefe besitzen, weil diese von Gefühlen und Befindlichkeiten verdeckt wird”, so die Künstlerin. Doch gerade diese Tiefe findet sich in den Augen der dargestellten Frauen. Den Betrachter beschleicht immer wieder das Gefühl, von den eindrucksvollen, fast übergriffigen Blicken ins Visier genommen zu werden.

Ein besonderes Werk in der Ausstellung ist das in Erdtönen gehaltene Porträt eines Elefanten. Tebtmann hat es mit Pigmenten aus einem Ockersteinbruch in Südfrankreich hergestellt. „Das war für mich eine große Herausforderung”, erzählt die Künstlerin. „Es ist sehr aufwendig, mit der körnigen Struktur des Ockergesteins zu arbeiten, weil es mit derLeinwand ganz anders interagiert als handelsübliche Acrylfarben.”

Dass die Bilder neben den ungewöhnlichen Frauen auch zahlreiche Tiere zeigen, ist kein Zufall. „Ich bin selbst Hundebesitzerin und habe ein Herz für Tiere”, so Tebtmann. In den Blicken der Tiere sehe sie ebenjene Tiefe und Wahrhaftigkeit, die sie beim Menschen manchmal vermisst. Und tatsächlich wirken die Augen der dargestellten Tiere oftmals wie ein Fenster zur Seele. Zur eigenen ebenso wie zu der des Bildes.

Die Ausstellung „Ungewöhnliche Frauen und Tiere” im Heimathaus Hollager Hof öffnet an den kommenden drei Sonntagen jeweils von 14 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist kostenlos.

Quelle: NOZ vom 03.03.2018