… über Stock und Stein

auch Abwärtsbewegungen können Höhen und Tiefen haben

Eigentlich will ich ja nur 10 km wandern, beim Meller Wandertag 2018 in Westerhausen. Als wir dann aber um 08:00 Uhr auf dem Hof Meyer zu Westerhausen ankommen, wird mir schnell klar, dass die 10 km-Tour erst um 09:00 Uhr startet, d.h. ich müsste 1 Stunde stehend warten. Besser kann ich in der  Zeit laufen als stehen und ich votiere deshalb doch für die 15 km. 🙂

Zuvor versorgen sich die Wanderer des “Hollager Hofes” noch schnell mit Äpfeln, Bananen, Müsliriegeln und Traubenzuckertabletten, die für alle Wanderer/innen bereitgestellt sind. Ich kaufe auch bereits jetzt schon die Gutscheine für das Mittagessen. Das ist ein Super-Service, der überzeugt.

Verpflegung für die Wanderer

Dann geht es auch schon los. Die Jagdhornbläser blasen zum Aufbruch. Etwa 60 Wanderfreunde sind am Start für die 15 km-Strecke und es geht ziemlich bald bergauf. Das hatte ich befürchtet und es dauert auch nicht lange und die Frische der Morgenluft verwandelt sich in wohlige Körperwärme. Natürlich bin ich mal wieder viel zu warm angezogen.

Wir passieren den alten Kalkofen und unser Wanderführer berichtet über dessen Herkunft und Geschichte.  In einer langen Schlange geht es durch Wald, Feld und Flur und die Anzahl der Wanderfreunde verteilt sich schon mal auf ein paar hundert Meter. Alle halbe Stunde wird kurz pausiert, damit die weniger spurtstarken Generationen nachrücken können.

… am alten Kalkofen

Zuweilen stelle ich resignierend fest, das nach mir niemand mehr  kommt. Allerdings passen die ehrenamtlichen Engel in den gelben Westen (die übrigens nette Gesprächspartner sind) auf, dass niemand zurückbleibt. An jeder Straßenquerung wachen fleißige Helfer der Feuerwehr und sperren die Strasse, wenn Wanderer und Autoverkehr aufeinander treffen. Sehr elegant gelöst, für die Wanderer.

Den höchsten Punkt unserer Wanderstrecke erreichen wir bei der Sternwarte auf dem Oldendorfer Berg, wo wir kurz pausieren. Von nun an geht es bergab. Falsch gedacht, denn Abwärtsbewegungen können auch Höhen und Tiefen haben. Zwischendurch versöhnen uns das sonnige warme Wetter und die herrlichen Ausblicke in das Meller Land mit den “Strapazen” über Stock und Stein.

Rittergut Ostendorf

Besser kann das Wetter nicht sein und wir erreichen gegen 10:30 Uhr das Rittergut Ostenwalde, jenes Gemäuer, das sich Feldmarschall Montgomery 1945 als Quartier auserkoren hatte. Wir erfahren auch, dass viel  später eine Scheune dieses  Gutes Schauplatz von Feten der Landjugend mit etwa 3000 Besuchern war. Interessante Details aus der Vergangenheit, wie wir finden.

gestärkt geht es weiter

Hier machen wir eine längere Pause, verzehren stehend (es gibt leider keine Sitzgelegenheiten) Äpfel, Bananen sowie das mitgeführte Butterbrot und/oder  testen die Fliesenabteilung in der Orangerie. Einer unserer Wanderfreunde startet leider verspätet in die Ess-Pause, weil seine ihm Angetraute den Familienrucksack bedauerlicherweise dorthin mitgenommen hat. Kann passieren!

Weiter geht es über freies Feld und feste Straßen. Den Wald lassen wir hinter uns. Die Sonne trocknet die verschwitzten Hemdkragen und sorgt für traumhafte Bilder von solitär stehenden Bäumen im Herbstlaub.

Ein weiter Halt bremst unseren Lauf am Grönegau-See, einem Gewässer von ca. 3 ha, welches nach dem Autobahnbau der A33 entstanden ist. Will man den Gerüchten glauben, dann ist der See bis zu 25 m tief und beherbergt einen meterlangen Wels. Schön Schaurig!

Gegen Mittag erreichen wir den Hof Trimpe in Wellingholzhausen, unser Ziel. Da wir nicht die Ersten sind, wuselt es hier schon ziemlich. Die vorgekauften Gutscheine entpuppen sich als Flop. Offensichtlich haben das alle so gemacht und wir finden uns am Ende einer Super-Warteschlage wieder. Wir warten auf unsere Erbsensuppe mit Bockwurst. Die verspeisen wir genüsslich auf der Diele das Hofes, wobei eine Musikkapelle uns munter unterhält. Anschließend können wir noch Kuchen und Kaffee nachlegen.

Zusammenfassend stellen wir für den Wandertag fest: Ein sehr schönes und abwechslungsreiches Wandergebiet, gut organisiert, wir haben viele nette Ehrenamtliche und Mitwanderer getroffen, tolles Wetter,  ordentlich Sauerstoff im Blut und sind etwas müde, weil wir heute Morgen viel zu früh aufgestanden sind.

s.a. NOZ vom 08.10.2018

Der nächste Meller Wandertag findet am 06.10.2019 in Melle-Mitte statt.