Im Hühnerstall fing alles an

Werks-Besichtigung der Fa. Pöppelmann in Lohne

1949 fing alles in einem Hühnerstall in Lohne an. Das erste Kunststoff-Produkt des damals gegründeten Familienunternehmens  Pöppelmann war ein Korken mit einer Kunststoffkappe.

Seit dem hat sich Pöppelmann mit fünf Produktions-Standorten sowie 550 Spritzgussmaschinen, Tiefziehanlagen und Extrudern zu einem der führenden Hersteller in der kunststoffverarbeitenden Industrie entwickelt. In über 90 Ländern schätzt man die Qualität “made by Pöppelmann”, die den mehr als 2.000 hoch qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu verdanken ist.

Die per Bus angereiste Dienstagsgruppe des Heimat-, Kultur- und Wandervereins Hollager Hof v. 1656 war heute bei Pöppelmann in Lohne zu Gast. Herzlich empfangen wurden wir von einer jungen Frau und einem jungen Mann, die bei Pöppelmann im 3. und im 2. Ausbildungsjahr unterwegs sind und sowohl die ersten Informationen lieferten als auch die Werksführung übernahmen.

Was Pöppelmann in den verschiedenen Werken in Lohne, aber auch in Europa und sogar in den USA alles herstellt, wurde zunächst in einem kurzen Film skizziert. Danach gab es einen Abriss über die geschichtliche Entwicklung, die Fertigungstiefe und den Personalentwicklung.

Erste Informationen im Medienraum.

Als Familienunternehmen, das zwar nicht mehr inhabergeführt ist, beschäftigt die Fa. weltweit über 2000 Mitarbeiter/innen, wovon der größte Teil in Lohne in der Produktion tätig ist. Die Fertigungsbereiche erstrecken sich von Kappen, Stopfen, Dichtungen (immerhin 3000 Standard u. 2500 Sonderteile),über hochpräzise Kunststoffformteile und Produkte für z.B. die Lebensmittelindustrie und Pharmazie (Stichwort Reinraumtechnik) bis zu den Massenprodukten des Bereichs “technischen Kunststoffe” .

Pöppelmann beliefert den kommerziellen Gartenbau mit Pflanztöpfen und Anzuchtsystemen und ist darüber hinaus u.a. Partner vieler Unternehmen aus dem Maschinen- und Apparatebau, der Fahrzeug-, Elektro-, Solar-, Lebensmittel-,  Chemie-, Pharma-, Kosmetik- und Medizinindustrie, sowie der Oberflächentechnik und der Armaturenindustrie.

Mit Ohrhörern und Empfangsgerät sowie Schutzbrillen ausgerüstet folgten wir in zwei Gruppen den beiden Guides durch das Werksgelände und erkundeten die einzelnen Produktionsbereiche. Leider war das Fotograieren während der Führung nicht erlaubt, was allerdings auch nachvollziehbar war. Also blieben die Handys in der Tasche.

Die Aufnahme zeigt die Gruppe II der Werksführung, insgesamt waren 45 Teilnehmer bei Pöppelmann zu Gast

Vom Werkzeugbau und dessen Instandhaltung ging es zu den Tiefzieh-Maschinen, die aus den erwärmten Folienbahnen Paletten und Pflanztöpfe für den Gartenbau erzeugten. Die nicht verbrauchten Kunststoffreste wandern dabei in einem geschlossenen System zurück in die Wiederverwertung, um zu neuen Folienbahnen geformt zu werden. Generell wird hier auch recyceltes Material zugekauft.

In diesem Produktionsbereich war es sehr laut und die Nase musste ebenfalls Extremeindrücke verarbeiten. Weniger geräuschvoll ging es dann im Bereich Kunststoff-Spritzguss zu.

Das dort verarbeitet Material ist dicker und es werden spezielle Teile z.B. für die Automobilindustrie gefertigt. Aus Granulaten entstehen unter hohem Druck und Hitze Formteile, die dann immer ein paar Sekunden abkühlen müssen, bevor sie sich aus den formenden Werkzeugen lösen.

Interessant war auch der Bereich, in dem z.B. die Blumentöpfe im Kundenauftrag mit verschiedenen Verfahren beschriftet bzw. bebildert wurden. Hier kamen Offsetdruck und UV-Licht zum Einsatz. Immer wieder gab es über die Ohrhörer interessante Details und ergänzende Informationen, so dass wir neben den optischen Eindrücken eine Fülle von Wissenswertem mitnehmen konnten. Auch die Größe des Betriebes war beeindruckend.

Am Ende der Führung landeten wir wieder im Medienraum des Empfangsgebäudes und konnten bei Kaffee, Kaltgetränken und Keksen letzte Fragen loswerden. Die beiden Azubis blieben keine Antwort schuldig und wir bedankten uns artig für den informativen Vormittag bei Pöppelmann.

Nach der Besichtigung bei Kaffee und Keksen.

Die Zeit war wie im Flug vergangen und wir mussten uns per Bus sputen, das bestellte Mittagessen in der Raststätte Jägerheim “einzuholen”.

Mittagessen im Jägerheim.

Alfons Schröer, der zusammen mit Maria Hagedorn auch diesen Ausflug professionell organisiert hatte, merkte auf der Rückreise an, die Dienstagsgruppe wäre das beste Publikum des heutigen Vormittags gewesen. Dem wollte niemand widersprechen.   mr