„zwei Worte“

Nach der langen Zeit der Corona-Abstinenz zeigte sich mal wieder ein Lichtblick im Heimathaus Hollager Hof.  Programmgemäß eröffnete  der Vereinsvorsitzende Stefan Gutendorf die von den Künstlern liebevoll auf der Diele des Heimathauses arrangierte  Ausstellung 10 x anders. Hinter diesem Synonym verbirgt sich eine zehnköpfige Künstlergruppe aus Neuenkirchen, die schon häufiger gemeinsam ausgestellt hat,  meistens unter einem griffigen Titel.

Dieses Mal haben die Kunstschaffenden den Begriff „zwei Worte“ gewählt, und Bilder und Objekte aus verschiedenen Perspektiven und Genres geschaffen – mal laut und mal leise. Im Programmflyer des Heimathauses und der Ankündigung im Internet hatte es geheißen: „Wir sind gespannt, was den Künstlern dazu eingefallen ist.“  Knapp 40 interessierte und neugierige Besucher waren wohl auch deshalb ins Heimathaus gekommen.

Auch die musikalische Untermalung, die Pianist Franz Langelage zwischen Begrüßung und Laudatio gekonnt mehrfach einstreute, hatte er unter dem Aspekt „zwei Worte“ ausgewählt und zumindest für diesen Abend sein übliches Repertoire über Bord geworfen.

Die einführenden Worte zur Ausstellungseröffnung warfen sich Margarete Joseph und Reinhard Dasenbrock im munteren Dialog gegenseitig zu. „Schon in der Schule lernen wir etwas über Satzbau, doch zwei Worte sind viel direkter, als ein Satzgefüge“, so Reinhard Dasenbrock.

Ja, ja!  Hört zu!     Schaut hin!     Hut ab!    Guten Flug!

Margarete Joseph blieb ihm nichts schuldig und so stellten die beiden einträchtig die ausstellenden Künstler und ihre Werke  vor.

Marianne Schulze, die als feinfühliges Wesen altes Eichenholz und charmante behütete Damen zusammenbringt. Hildegard Leben bevorzugt  Motive wie Landschaften, Tiere und Blumen und hat einen Hirsch mit tiefgründigen Augen perfekt in Szene gesetzt.

Die experimentierfreudige und farbenfrohe Rita Denning gibt „Hinterm Horizont“ Einblicke in ihr Kunstverständnis. Christiane Böttcher bedient mit ihren in Acrylfarben gemalten Bildern „Willkommen Sommer“ und „Willkommen Winter“ die Farbkontraste „warm – kalt“. Lebensfreude zeichnen die Bilder von Dorothee Plack aus, die beim Malen alles um sich herum vergessen kann, wie in einem eigenen Mikrokosmos. Dabei entstehen meist sehr große Bilder.

Reden-Silber!    Schweigen-Gold!

Den Reflexionskünstler Reinhard Dasenbrock inspiriert auf vielfaltige Weise altes Eichenholz. Er befasst sich u.a. mit dem Kreuz, seiner Form und Bedeutung und gibt ihm durch konträre Materialien eine weitere Aussage. Margarete Joseph bringt mit Malerei und Collage aktuelle Themen mit je zwei Worten auf den Punkt.  Scharfsinnig und kritisch sind sie in ihrer Reduziertheit keine Wort-Hülsen, … obwohl eine solche auch ausgestellt ist.

Wort-Hülse!    Ein Werk sagt mehr als tausend Worte.  Sehr zerbrechlich!    

Zerbrechlich stellt sich auch die aktuelle Weltlage mit ihren politischen Unsicherheiten dar. So formulieren die Kunstschaffenden bei  dieser Ausstellungseröffnung auch die Hoffnung, dass das unfassbare Kriegsgeschehen in der Ukraine ein schnelles Ende finden möge.

Im Anschluss konnten die Gäste bei ausklingender Musik und in gelöster Stimmung bei einem Glas Wein und guten Gesprächen die Ausstellungsobjekte in Augenschein nehmen.

Die Ausstellung auf der Diele des Heimathauses „Hollager Hof“ kann bis zum 30.April 2022 jeden Samstag von 14 – 17 Uhr und jeden Sonntag von 14 – 18 Uhr besucht werden. Die jeweils gültigen Corona-Regeln sind zu beachten. Der Eintritt ist frei.

s.a. NOZ online v.9.3.2022 u. NOZ v. 10.3.2022