Von Schnapsleichen und mordenden Sagengestalten

Krimilesung im Hollager Hof mit den Autoren Melanie Jungk und Harald Keller

 Von Michael C. Goran

WALLENHORST

Herrlich gut morden – natürlich nur fiktiv –  lässt es sich im historischen Heimathaus Hollager Hof von 1656. Die Autoren Melanie Jungk und Harald Keller lasen aus ihren Werken und verwickelten ihr Publikum in zahlreiche Kriminalfälle.

Kommissarin Krüger erhält die Nachricht, dass nur ihr Kollege Mayer das Leben einer Frau noch retten könne. Doch vor Ort ist nur eine Leiche zu finden. Diese erste Leiche ist nur der Auftakt im Lokalkrimi „Morgengrauenkiller“, von Melanie Jungk. Im dritten Buch der Krimireihe, die mit „Schnapsleichenfund“ begann, lässt Jungk ihr Ermittlerduo wieder an einem schwierigen Fall in Fürstenau arbeiten.

Diesmal zwingt ein Unbekannter die   Kommissare zu einem tödlichen Intelligenz-Spiel, und dieser Killer mordet täglich. Jungk ist geborene Fürstenauerin. Da ihr die Stadt am Herzen liegt, musste auch die Handlung der Romane vor Ort spielen. Besonderen Wert legt die Autorin auf das Lokalkolorit, und trotz aller Morde darf der Humor ebenfalls nicht fehlen. Zu „Schnapsleichenfund“ präsentierte die Autorin sogar die fiktive Mordwaffe: Die Schnapsflaschen stellte eine Fürstenauer Kornbrennerei extra für den Roman her.

Für ein paar junge Leute beginnt das Grauen mit dem Ausfall aller elektrischen Geräte in ihrem Auto. In stockfinsterer Nacht, auf einer Landstraße gestrandet, streiken merkwürdigerweise selbst die Handys. Einer geht los, um Hilfe zu holen. Leicht haben es die Protagonisten im Niedersachsen-Krimi „Die Nacht mit dem Holenkerl“ von Harald Keller nicht. Der gebürtige Hollager ist Literatur- und Medienwissenschaftler und Organisator der Osnabrücker Lese-Rampe. Er fing mit dem Schreiben von Sachbüchern für Verlage wie „rororo-Rowohlt“ an. Das erste Buch trug den Titel „Kultserien und ihre Stars“, in dem der Autor populäre Fernsehserien bespricht. Seitdem hat Keller zahlreiche Bücher verfasst. Darunter Filmlexika wie „Schräg, schrill, scharf und schundig“ und lokalgeschichtliche Werke.

Zum Schreiben von Kriminalromanen kam Keller durch einen Spaziergang in Nordholland. Damals entdeckte er einen alten Wehrmachtsbunker, in dessen Wand ein Loch klaffte. Keller steckte neugierig den Kopf hindurch. „Alle Geräusche blieben hinter mir zurück. Da hatte ich die spontane Idee: Wenn man eine Leiche los werden will, da findet sie niemand“, scherzte der Autor. Kellers aktueller Thriller = „Rendezvous mit dem Ropenkerl“, beruht auf eine wenig bekannte Alt-0snabrücker Sagengestalt. Als sich im Bereich des Bürgerparks ein Mord ereignet, stellt sich den  Ermittlern die Frage, ob auf dem Gertrudenberg ein moderner Ropenkerl sein Unwesen treibt. 

Übrigens: Am heutigen Samstag sind beide Autoren Teil der ersten Osnabrücker Buchmesse im Haus der Jugend.

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung v. 26.01.2019