Keramik, Krippen, Kunstgemälde

Kunsthandwerker stellen heute und morgen im Hollager Hof aus jcd WALLENHORST „Heimische Künstler gehören ins Heimathaus.” Auf diese einfache Formel brachte es der Heimathaus-Vereinsvorsitzende Josef Pott bei der Eröffnung der traditionellen Kunsthandwerksausstellung vor Beginn der Adventszeit. Alle sechs ausstellenden Künstler waren anwesend und erklärten ihre Werke und Arbeitsweisen. Es ging wohl allen Freunden des Heimathauses so: Je düsterer und ungemütlicher es draußen wird, desto eher ist man bereit, sich auf adventliche Stimmungen einzulassen, auch wenn der Kalender es eigentlich noch nicht hergibt. Erster Blickfang nach dem Eintritt ist die abgedunkelte Ecke, in der erzgebirgische Schwibbogen im hellen Birkenholz-Ton auf roten Tischdecken erstrahlen. Entwerfen, Aussägen, Leimen, Feinschleifen – alles hat Hans-Georg Galinke mit seinen eigenen Händen gemacht. Daneben präsentiert Jutta Albers ihre Schmuckketten und Plüschtiere. Wenn es um ihr Hauptprodukt geht, schreibt sie ihren Namen gern „Albärs”. Teddybären waren die erste Gattung, die sie vor zehn Jahren aus Mohair und Filz schuf, als sie nach vielen Jahren Holzbastelns die Säge an den Nagel gehängt hatte. Neuerdings sind allerdings Ratten, Füchse und Frettchen die Renner, die sie mit Vorliebe in mittelalterliche Outfits steckt. Da gibt es den schicken Tuchhändler oder die Zuber-Maid mit zwei Nackedeis im schäumenden Wasserbottich oder den ziemlich abgerissen gekleideten  Müller. Nein, Letzterer habe mit den Lechtinger Windmüllern, deren Vorsitzender Ehegatte Franz-Josef ist, natürlich nichts zu tun, sagt sie augenzwinkernd. Berni Langemeyers Krippen passen besonders gut in den Hollager Hof, da sie dessen Bauweise, das niederdeutsche Fachwerkhaus, im Modell-Maßstab aufnehmen und in verschiedenen Variationen mit dem weihnachtlichen Geschehen verknüpfen. Erstmals im Heimathaus stellt die Hollager Malerin Angela Kohlbrecher aus. Warme Gelb-, Orange- und Rottöne schaffen einen Savannen-Hintergrund, vor dem grazile Afrikanerinnen durchs Bild schreiten. Kunsthandwerkliche Keramik zeigt Hildegard Brömlage, darunter Gartenstelen mit bunten Kugeln, Zimmerspringbrunnen und weihnachtlicher Tischschmuck. Echte Hingucker sind Keramik-Bildtafeln im Hundertwasser-Stil. Dass Hobbyhandwerken fit hält, demonstriert Ehepaar Ax: Werner (86) und Antje (82) produzieren Jahr für Jahr originelle Weihnachts-Grußkarten mit eingelegten Kunststickereien und hölzernen Christbaumschmuck. Allen Hobbykünstlern gemeinsam ist, dass sie angesichts der vielen aufgewendeten Stunden für ihre Objekte und der moderaten Verkaufspreise lieber nicht ihren Stundenlohn ausrechnen. „Das sind wahrscheinlich keine 50 Cent”, sagt Werner Ax, „man macht das aus Spaß an der Arbeit und freut sich über ein anerkennendes Wort.” Quelle: NOZ vom 20.11.2010